Chronische Wunden:
Ursachen, Symptome und Behandlung

Was sind chronische Wunden?

Kleinere Wunden heilen recht schnell aus, wenn eine Wunde jedoch über mehrere (8-12) Wochen trotz fachgerechter Therapie nicht vollständig verheilt, spricht man von chronischen Wunden. Sie entstehen häufig nicht aus einer kleinen Verletzung heraus sondern als Folge einer bestehenden Grund- bzw. Vorerkrankung. Dabei ist die normale Wundheilung gestört, sodass der Heilungsprozess stagniert.

Ursachen chronischer Wunden

Die häufigsten Ursachen sind:

  • Diabetes mellitus
  • Durchblutungsstörungen
  • Venenerkrankungen
  • Druckbelastung
  • Bewegungsmangel
  • hohes Alter

Typische chronische Wunden

Dekubitus: Als Dekubitus werden lokale Schädigungen der Haut und des darunterliegenden Gewebes bezeichnet, sogenannte Druckgeschwüre, die durch langes Liegen oder Sitzen entstehen können. Dadurch wird die Durchblutung gestört und Gewebe kann absterben. Besonders bettlägerige oder mobilitätseingeschränkte Menschen sind besonders gefährdet.
Ulcus cruris: Auch als „offenes Bein“ bekannt, ist der Ulcus cruris ein chronisches, schlecht heilendes Geschwür am Unterschenkel als Folge beziehungsweise Symptom einer zugrundeliegenden Durchblutungs- oder Gefäßstörung. 
Diabetischer Fuß: Durch eine Erkrankung mit Diabetes mellitus können Folgeerkrankungen entstehen, unter Anderem der Diabetische Fuß. Durch den chronisch erhöhten Blutzucker werden Nerven und Blutgefäße beschädigt, was zu Durchblutungsstörungen, Fußfehlstellungen und vermindertem Schmerzempfinden führt. Als Folge entstehen kleine Druckstellen, oft unbemerkt, und können sich zu tiefen und schwer heilenden Wunden entwickeln.

Symptome chronischer Wunden

Mögliche Anzeichen:

  • nässende Wunden
  • unangenehmer Geruch
  • Schmerzen
  • Rötungen
  • Schwellungen
  • verzögerte Heilung
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Wie werden chronische Wunden behandelt?

Häufig stolpert man bei der Recherche zum Thema Wundversorgung über die Begriffe „konventionelle und moderne Wundversorgung“. Dabei gibt es bei beiden starke Unterschiede in der Art der Versorgung und beim verwendeten Material. 

Während die konventionelle Wundversorgung klassisch trocken erfolgt, hat die moderne Wundversorgung zum Ziel, während allen Heilungsphasen das Wundmilieu feucht zu halten, um die Wundheilung zu beschleunigen. Die Art und Weise der Wundversorgung hat entsprechend auch direkte Auswirkungen auf den Verbandswechsel. Während die konventionelle Wundversorgung tägliche Verbandswechsel erfordert, damit das Wundmaterial mit der Wunde nicht zu stark verklebt, wird bei der modernen Wundversorgung der Verband in größeren Intervallen gewechselt. Auch die Hilfsmittel unterscheiden sich grundlegend bei beiden Wundversorgungsarten. Bei konventioneller Wundversorgung werden klassischer Weise Mullkompressen, Vliesstoffkompressen oder angefeuchtete oder imprägnierte Gaze als Hilfsmittel verwendet. Die moderne Wundversorgung verzichtet auf die klassische, sogenannten passiven Wundauflagen zu Gunsten von interaktiven Wundauflagen wie hydroaktiven Verbandsstoffen.

Die Behandlung von Wunden erfolgt individuell und umfasst:

  • moderne Wundauflagen
  • Reinigung der Wunde
  • Infektionskontrolle
  • Druckentlastung
  • Kompressionstherapie
  • regelmäßige Dokumentation

Wer übernimmt die Wundversorgung nach einer OP?

Die bei einer Operation entstandenen Wunden müssen im Nachgang kontrolliert und gegebenenfalls versorgt werden. Bei einer stationären Operation übernimmt diese Arbeit in der Regel die Klinikmitarbeiter sowie nach Entlassung die niedergelassenen Ärzte. Ambulante OPs versorgen die niedergelassenen Ärzte sowie Pflegefachpersonal und sogenannte Wundmanager.

Was gibt es bei der Wundversorgung zu beachten?

Die Behandlung chronischer Wunden erfordert viel Erfahrung, Sorgfalt und eine regelmäßige Kontrolle. Gerade bei Wunden, die nur langsam heilen oder immer wieder auftreten, spielt eine fachgerechte Versorgung eine entscheidende Rolle. Ziel ist es, Infektionen zu vermeiden, die Heilung zu unterstützen und Beschwerden möglichst gering zu halten.

Sorgfältige Reinigung der Wunde

Eine gründliche Reinigung gehört zu den wichtigsten Maßnahmen in der Wundversorgung. Dabei werden Rückstände, Wundsekret und mögliche Keime entfernt. So kann das Risiko von Entzündungen reduziert werden. In der professionellen Versorgung kommen dafür spezielle sterile Lösungen zum Einsatz.

Auch Angehörige können, nach Anleitung durch Pflegefachkräfte, unterstützend mithelfen. Wichtig sind dabei eine gute Händehygiene und ein sauberer Umgang mit Verbandmaterialien.

Entfernung abgestorbenen Gewebes

Bei manchen chronischen Wunden bildet sich abgestorbenes Gewebe, das die Heilung behindern kann. Dieses muss in bestimmten Fällen durch geschulte Fachkräfte entfernt werden. Die Behandlung erfolgt sorgfältig und angepasst an die jeweilige Wundsituation.

Solche Maßnahmen sollten ausschließlich von medizinisch ausgebildetem Personal durchgeführt werden.

Die passende Wundauflage

Nicht jede Wunde benötigt denselben Verband. Moderne Wundauflagen werden individuell ausgewählt und richten sich unter anderem nach:

  • Größe und Tiefe der Wunde
  • Feuchtigkeit der Wunde
  • Infektionsrisiko
  • Heilungsphase

Zum Einsatz kommen beispielsweise spezielle Schaumverbände, Hydrogele oder andere moderne Materialien, die ein günstiges Wundmilieu unterstützen können.

Feuchte Wundheilung unterstützt den Heilungsprozess

Heute weiß man, dass eine feuchte Umgebung die Wundheilung häufig besser unterstützt als das Austrocknen der Wunde. Moderne Verbandmaterialien helfen dabei, die Wunde zu schützen und gleichzeitig optimale Bedingungen für die Heilung zu schaffen.

Regelmäßige Kontrolle ist entscheidend

Chronische Wunden können sich schnell verändern. Deshalb ist eine engmaschige Beobachtung wichtig. Pflegefachkräfte kontrollieren unter anderem:

  • Hautveränderungen
  • Geruchsentwicklung
  • Schmerzen
  • Wundsekret
  • mögliche Infektionszeichen

Gerade bei Erkrankungen wie Diabetes oder Durchblutungsstörungen sollte frühzeitig professionelle Unterstützung erfolgen.

Wie oft sollte ein Verband gewechselt werden?

Wie häufig ein Verband gewechselt werden muss, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu zählen:

  • Art der Wunde
  • Heilungsverlauf
  • verwendetes Verbandmaterial
  • Menge des Wundsekrets

 

Ein zu häufiger oder unsachgemäßer Verbandswechsel kann die Heilung beeinträchtigen. Deshalb sollte die Versorgung immer individuell abgestimmt werden.,

Warum ist professionelle Hilfe wichtig?

Unbehandelte chronische Wunden können zu schweren Komplikationen führen. Eine frühzeitige Versorgung verbessert häufig die Heilungschancen.

Grundlegend gilt:
Ist die Wunde klein, nicht tief und weisen keine Komplikationen auf? Dann können Sie oder Ihr Angehöriger die Wunde selbst versorgen. Ist die Wunde tiefer oder leicht entzündet, macht der Hausarzt die Erstversorgung. Im Anschluss können Sie selbst die Wundversorgung übernehmen. Falls sie nicht im Stande sind, die Wunde selbst oder einer ihrer Angehörigen zu versorgen, kann ihr Arzt Ihnen dafür eine Verordnung stellen und wir als ambulanter Pflegedienst übernehmen die Wundversorgung. Falls die Wunde tief, entzündet oder bereits chronisch ist, übernimmt auch hier der Hausarzt die Erstversorgung und wir kümmern uns im Rahmen der Behandlungspflege um den Verbandswechsel und die weitere Wundversorgung sowie die Wunddokumentation.

Fazit

Chronische Wunden benötigen eine professionelle und kontinuierliche Behandlung. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Pflegedienst unterstützt den Heilungsprozess.

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Pflege in häuslicher Umgebung Pflegedienst Niederrhein

Wundmanager: Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Oft liegen Durchblutungsstörungen oder Grunderkrankungen vor.

Ja, häufig erfolgt die Versorgung ambulant.

Ja, insbesondere bei Infektionen oder Durchblutungsstörungen.

Falls Sie weitere Fragen zum Thema Ambulante Wundversorgung haben oder aktuell einen Pflegedienst in Rees, Emmerich oder Isselburg suchen, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Kontaktieren Sie uns gerne.

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